Management

Unternehmen wollen Mitarbeiter-Benefits signifikant erhöhen

Junge Frau in Business-Kleidung sitzt in Yoga-Pose auf dem Fußboden, hinter ihr verschwommen sieht man noch mehr Frauen
Eine Möglichkeit für Mitarbeiter-Benefits sind Gesundheits- oder Entspannungskurse. (Foto: © Сергей Белый/stock.adobe.com)
Roland Berger hat mit mehr als 1.700 Befragten die größte Marktanalyse zu Employee Benefits in Deutschland durchgeführt. Derzeit erhalten Angestellte im Durchschnitt rund 6,6 Mitarbeiter-Vorteile. 2025 wollen die Unternehmen nun weiter in ihre Belegschaft investieren und mehr Zusatzleistungen anbieten.
Dienstag, 04.03.2025, 09:00 Uhr, Autor: Christine Hintersdorf
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Immer mehr Unternehmen setzen auf freiwillige Zusatzleistungen, um Arbeitskräfte zu gewinnen und zu halten. Entsprechend stark wächst der Markt für solche Benefits; allein das Fahrradleasing hat sich seit 2019 verfünffacht. Doch sowohl Entscheider in den Unternehmen als auch Anbieter von Mitarbeiter-Benefits leiden unter mangelnder Transparenz des Markts sowie unzureichender Kenntnis der Regularien:

  • 82 Prozent der Personalleiter finden es schwierig, sich im Dschungel der Anbieter von Mitarbeiterzusatzleistungen zurechtzufinden.
  • 27 Prozent kennen die Freibeträge für Gesundheitsförderung nicht,
  • 15 Prozent ist die Entgeltumwandlung nicht bekannt und
  • fünf Prozent nutzen die steuerbegünstigte Sachbezugsprämie nicht.

Da zudem oft keine gezielte Auswahl der geeigneten Leistungen stattfindet, steigen die Kosten unnötig, während die gewünschte Wirkung nicht oder nur zum Teil erreicht wird.

Mitarbeiter-Angebote optimieren

Das zeigt die bisher größte Marktanalyse zu Employee Benefits in Deutschland mit Fokus auf Personalverantwortliche, für die Roland Berger gemeinsam mit Partnern aus der Branche mehr als 1.700 HR-Experten befragt hat. Aus den Ergebnissen lassen sich Ansätze zur Optimierung der Effizienz ableiten.

„Die Bandbreite an Mitarbeiter-Benefits geht heute weit über die (betriebliche) Altersvorsorge, Essensgutscheine oder Obst am Arbeitsplatz hinaus“, sagt Fabian Neuen, Partner bei Roland Berger. „Der Markt bietet viele neue Angebote, etwa im Bereich Gesundheit, Fitness oder Mobilität, wodurch gleichzeitig auch die Erwartungen der Arbeitnehmer steigen. Als Arbeitgeber heißt es daher, genau hinzuschauen und nicht nur die gesetzlichen und steuerlichen Regularien genau zu kennen, sondern auch zu ermitteln, welche Leistungen den eigenen Arbeitnehmern wirklich wichtig sind.“

Fabian Neuen weiter: „Nur so erreicht man zielgenau die gewünschte Wirkung und kann gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle halten. Zudem sollten die Dienstleister hier unterstützen und ihr Angebot optimieren. Mit unserer Marktanalyse legen wir für beides die Grundlage.“

Benefits müssen zur Zielgruppe passen

Ein zentrales Ergebnis der Umfrage ist, dass es beim Employer Branding weniger darum geht, ein möglichst breites Spektrum an Mitarbeiter-Benefits zu haben: Fast 90 Prozent der befragten Personalverantwortlichen geben an, dass sie lieber fünf bis zehn passgenau auf die eigene Belegschaft zugeschnittene Leistungen anbieten wollen.

„Wichtig ist zudem, sich bei der Auswahl der Leistungen strategisch auf Mitarbeiterzielgruppen mit besonders hoher Bedeutung für das Unternehmen zu konzentrieren“, sagt Neuen. „Derzeit nutzen viele Unternehmen Standardangebote, die sich nach dem Gießkannenprinzip an alle Mitarbeiter richten und die angestrebte Wirkung nicht oder nur teilweise erreichen. Das ist nicht effizient.“

Dazu kommt häufig die mangelnde Kenntnis der steuerlichen Förderung von Mitarbeiter-Benefits, wodurch die Kosteneffizienz weiter sinkt.

Effizienz steigern – Kosten sparen

Angesichts der Tatsache, dass zwischen 20 und 30 Prozent der befragten Personalverantwortlichen zu hohe Kosten als Grund angeben, warum sie bestimmte Leistungen nicht anbieten, halten die Roland Berger-Experten eine gezielte und strategische Herangehensweise an das Thema für entscheidend.

Hier sollten auch die Anbieter von Mitarbeiter-Benefits ansetzen und ihre Produkte und Prozesse so optimieren, dass sie den Verwaltungsaufwand für die Unternehmen möglichst niedrig halten und einen reibungslosen Ablauf sichern. Dazu gehört, die verschiedenen Leistungen und ihre Wirkungen auf Mitarbeiter besser zu erklären: 72 Prozent der befragten Personalleiter wünschen sich hier mehr Einblick.

Gastgewerbe ist Schlusslicht

Im Mittel bieten die befragten Unternehmen ihren Mitarbeitern derzeit
6,6 verschiedene Benefits an. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen: Die meisten Angebote gibt es mit 8,4 im Banken- und Versicherungssektor, am anderen Ende der Skala stehen Gastgewerbe und öffentliche Verwaltung mit jeweils 5,3. Für das Jahr 2025 planen die meisten befragten Unternehmen ihr Angebot an Mitarbeiter-Benefits weiter auszubauen: Im Mittel sind 1,4 neue Leistungen geplant.

Benefits sollen Mitarbeiter anlocken

Mit dem Engagement wollen die Befragten eine Reihe strategischer Ziele erreichen, allen voran mehr Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit (89 Prozent Zustimmung), eine bessere Work-Life-Balance (79 Prozent) und ein gesteigertes Wohlbefinden der Mitarbeiter (77 Prozent).

„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass die Unternehmen entschlossen sind, aktiv um Talente zu werben und attraktive Arbeitgeber zu sein“, sagt Neuen. „Da der Fachkräftemangel in Deutschland sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird, dürfte sich der Trend zu Mitarbeiter-Benefits eher noch verstärken und der Markt für entsprechende Dienstleistungen weiter wachsen.“

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(Roland Berger/CHHI)

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