Insolvenz

Schwarzwälder Hof ist insolvent

Schwarzwälder Hof in Achern
Auch nach dem Insolvenzantrag hat der Schwarzwälder Hof in Achern weiterhin geöffnet. (Foto: © Schwarzwälder Hof)
Der Schwarzwälder Hof in Achern hat Insolvenz angemeldet. Trotzdem soll der Hotel- und Restaurantbetrieb in vollem Umfang weiterlaufen. Auch Veranstaltungen sollen wie geplant stattfinden.
Freitag, 04.04.2025, 12:48 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Das Wohlfühlhotel „Schwarzwälder Hof“ und das Erlebnis-Restaurant, die Weinstube „Kächele“ und die neugestaltete „Josefsstube“ haben auch nach dem Insolvenzantrag wie gewohnt geöffnet. „Sowohl der Hotel- als auch der Restaurantbetrieb laufen in vollem Umfang weiter“, betont Stefano Buck. 

Stefano Bruck
Stefano Bruck wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. (Foto: © Schultze & Braun )

Das Amtsgericht Baden-Baden hat den Fachanwalt für Insolvenzrecht vom Acherner Stammsitz der bundesweit vertretenen Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Er verschafft sich nun vor Ort in einen Überblick über die Situation und die wirtschaftliche Lage des Hotel- und Gastronomiebetriebs. Zudem prüft der vorläufige Insolvenzverwalter die Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Sanierung.

Zusammen mit Alexander Hedegger und seiner Lebensgefährtin Janina Giesner, den Pächtern des Schwarzwälder Hofs, hat Buck die Belegschaft von Hotel und Restaurants über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert. „Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter sind bis Ende Mai über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter.

Gründe für die Insolvenz

Gründe für die finanzielle Schieflage des Schwarzwälder Hofs sind die wirtschaftlichen Auswirkungen der geopolitischen Verwerfungen der letzten Jahre. Davon ist ein Hotel- und Gastronomiebetrieb gleich in doppelter Hinsicht betroffen. Zum einen durch die Preissteigerungen – etwa bei Lebensmitteln für die Restaurants oder die Energie. Zum anderen durch die Konsumzurückhaltung vieler Geschäftskunden, aber auch von Privatgästen aufgrund der Preissteigerung, von denen sie ebenfalls betroffen sind.

„Die inzwischen seit mehreren Jahren andauernden Herausforderungen sind an uns, aber auch an unseren Kunden und Gästen nicht spurlos vorübergegangen. Weniger Geschäftsreisen, aber auch die Tatsache, dass viele Verbraucher weniger oder überhaupt nicht mehr auswärts essen, bedeuten zwangsläufig auch weniger Umsatz für uns als Hotel- und Gastronomiebetrieb“, fassten Alexander Hedegger und Janina Giesner die Entwicklung und die anhaltenden Herausforderungen zusammen.

Weiter erklären sie: „Viele Gäste sind regelmäßig zu uns gekommen. Da sie jedoch auch von den wirtschaftlichen Auswirkungen der geopolitischen Risiken betroffen sind, konnten und können sie dies nicht wie gewohnt tun – und Hotelübernachtungen und Restaurantbesuche kann man nicht einfach nachholen, weshalb wir verlorenen Umsatz nur bedingt aufholen können. Wir glauben aber trotzdem weiterhin an das Potential unseres Hotel- und Gastronomiekonzepts und werden alles dafür tun, auch diese schwere Zeit durchzustehen. Die Gäste unseres Wohlfühlhotels und unserer Restaurants erhalten weiterhin den freundlichen und gästeorientierten Service, für den der Schwarzwälder Hof mit seinem Team über die Grenzen von Achern hinaus bekannt ist.“

Alexander Hedegger und seine Lebensgefährtin Janina Giesner
Alexander Hedegger und seine Lebensgefährtin Janina Giesner sind seit Frühjahr 2023 die Pächter des Schwarzwälder Hofs. (Foto: © Schwarzwälder Hof)

Ein gemeinsames Ziel

Das gemeinsame Ziel ist, das Hotel und die Gastronomie und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten zu können. Der Schwarzwälder Hof beschäftigt insgesamt acht Mitarbeiter, darunter drei Vollzeit-, vier Teilzeitkräfte und eine Auszubildende.

„Alexander Hedegger kümmert sich weiterhin um die Kulinarik der drei Restaurants im Schwarzwälder Hof, die auch vom falstaff Restaurant & Gasthausguide ausgezeichnet wurden. Das Wohlfühlhotel und die Restaurants haben zu den gewohnten Zeiten geöffnet und können nach wie vor für Feierlichkeiten jeder Art gemietet werden“, diese gute Nachricht hat Stefano Buck, der bereits mehrere Gastronomiebetriebe in solchen Situationen beraten und begleitet hat. 

Die Pächter und der vorläufige Insolvenzverwalter arbeiten mit Hochdruck daran, dass die geplanten Veranstaltungen wie etwa das Lunchbuffet am Ostersonntag wie geplant stattfinden können. Aus rechtlichen Gründen dürfen bereits erworbene Gutscheine oder Eintrittskarten nicht mehr angenommen werden.

„Wir bedauern das, und uns ist bewusst, dass dies für unsere Gäste nicht schön ist. Allerdings müssen und werden wir uns an die gesetzlichen Regelungen halten“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter. „Wir prüfen aber gleichwohl, wie eine Lösung aussehen kann, die die Ansprüche aller Beteiligten bestmöglich berücksichtigt. Wir bitten in diesem Zusammenhang unsere Gäste um Verständnis und ein wenig Geduld.“

Über den Schwarzwälder Hof

Das Wohlfühlhotel „Schwarzwälder Hof“ und das Erlebnis-Restaurant, die Weinstube „Kächele“ und die neugestaltete „Josefsstube“ liegen im Zentrum Acherns. Alexander Hedegger und seiner Lebensgefährtin Janina Giesner sind seit Frühjahr 2023 die Pächter des Schwarzwälder Hofs. Der Schwarzwälder Hof und die Kulinarik seiner Restaurants sind mehrfach ausgezeichnet. 

(Schultze & Braun/SAKL)

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