„Hier geht’s um echte Existenznot.“
Die Politik hat es versäumt, bei der Kundgebung zu den Exit-Strategien aus der Corona-Krise auch das Gastgewerbe miteinzubeziehen. Auch weitere Hilfsmaßnahmen werden nun Großteils bejaht, wirklich geschehen ist bislang aber wenig. Alexander Huber, Präsident der Jeunes Restaurateurs (JRE), hat dazu nun Stellung bezogen. Dabei kritisiert er, dass es für Deutschlands Gastronomie nach wie vor keine Klarheit über den weiteren Verlauf gebe, bislang keine verlässliche Aussage über eine schrittweise Lockerung der Regelungen für die Gastronomie gemacht wurde.
Bedeutung der Gastro-Branche erkennen und wertschätzen
„Warum können Restaurants nicht öffnen, wenn sie genau wie Supermärkte oder andere Geschäfte auf Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen achten? Warum wird nicht nach Betriebstypen unterschieden und zumindest somit einigen von uns ermöglicht, wieder Gäste zu bewirten? Und warum wird der sozialen Funktion von Restaurants und Gaststätten keine Beachtung geschenkt?“, fragt Huber konkret. Er selbst antwortet damit, dass neben sozialen Aspekten es handfeste wirtschaftliche Argumente gebe, die für eine behutsame Rückkehr in die Normalität sprächen. An oberster Stelle steht dabei die große Bedeutung der Branche, die nicht nur Gastronomen mit einem Jahresumsatz im Milliardenbereich ausmacht, sondern auch Lieferanten und Erzeuger miteinschließt. „Eine so bedeutende Branche kann man doch nicht einfach vor die Wand fahren lassen“, konstatiert Huber.
Forderungen für die Gastronomie
Sollte es keine Bemühungen und Handlungen seitens der Politik geben, müssten sich viele Gastronomen durch neue Kredite verschulden, prognostiziert der JRE-Präsident. Daher seine Forderung:
- Schnellstmöglich zusätzliche Finanzhilfen und schnelle Leistungen beim Kurzarbeitergeld bereitstellen.
- Die Mehrwertsteuer für alle gastronomischen Umsätze rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 dauerhaft auf sieben Prozent senken. Dies sei vor allem auf lange Sicht wichtig.
- Ein klarer Fahrplan für den weiteren Verlauf in der Corona-Krise, wie es mit der Gastronomie weitergeht. Erste positive Signale der Länder und des Bundes würden in die richtige Richtung weisen.
Es braucht auch Solidarität von innen
Dabei stellte Huber noch einmal klar: „Hier geht’s nicht ums Abkassieren, sondern um echte Existenznot.“ Wenn nicht schnell geholfen werde, würden viele Betriebe nach der Krise nicht mehr öffnen können. Gleichzeitig appellierte der JRE-Präsident an seine Kollegen: „Lasst uns schon jetzt gemeinsam darüber nachdenken, wie es weitergehen kann. Die Jeunes Restaurateurs haben vor der Corona-Krise den Impuls für die Gründung der ChefsInitiative gegeben. Schon da hatten wir im Sinn, für mehr Gemeinsinn innerhalb unserer Branche zu kämpfen. Denn wir brauchen nicht nur die Hilfe von außen, sondern auch die Solidarität im Inneren.“
(JRE/KP)