Bürokratieabbau

DTV drängt auf Abschaffung des Meldescheins

Ein Gast unterschrieb einen Hotel-Meldeschein an der Rezeption
Rückdendeckung der Grünen durch den DTV: Diesem zufolge wäre im Sinne der Nachhaltigkeit eine Abschaffung des Hotel-Meldescheins oder dessen Digitalisierung wünschenswert. (© ikonoklast_hh/Fotolia)
Um die Bürokratie abzubauen und einer zu langen Datenspeicherung entgegenzutreten, forderten die Grünen dieser Tage die Aufhebung der Meldepflicht. Jetzt erhalten sie Rückendeckung vom Deutschen Tourismusverband.
Donnerstag, 11.07.2019, 09:50 Uhr, Autor: Thomas Hack

Der Meldeschein in seiner aktuellen Form ist für viele Hoteliers und Gäste nicht mehr zeitgemäß. Nun begrüßt auch der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) die Diskussion darüber und den politischen Vorstoß der Grünen in den vergangenen Tagen (Wir berichteten hier). Im Sinne der Nachhaltigkeit wäre für den DTV eine Abschaffung oder Digitalisierung des Papiers mehr als wünschenswert. Der Verband weist darauf hin, dass ein Berg von 260 Tonnen Papier entstünde, sofern bei jeder Ankunft eines Gastes in Deutschland ein Meldeschein auf einem A4-Blatt ausgefüllt wird. Nach zwölf Monaten müsse dieser Papierberg dann schlichtweg wieder entsorgt werden. Das könne nach Ansicht des Tourismusverbandes nicht dem Anspruch an Nachhaltigkeit entsprechen.

„Die Belastung trifft nicht nur große Hotels!“

„In Deutschland muss der Gast den Meldeschein von Hand unterschreiben. Den Meldeschein abzuschaffen oder zumindest auf einen digitalen Meldeschein umzusteigen, würde die Bürokratie für Gastgeber deutlich verringern“ sagt dazu Norbert Kunz, Geschäftsführer des DTV. Diese Belastung träfe ihm zufolge nicht nur die großen Hotels, denn auch die Vermieterin einer einzelnen Ferienwohnung und der Anbieter von Camping- und Reisemobilstellplätzen sei verpflichtet, von jedem Gast einen Meldeschein ausfüllen zu lassen und diesen ein Jahr lang aufzubewahren. Dabei würden diese Zahlen nicht einmal in die amtliche Beherbergungsstatistik einfließen – dafür muss ab neun Betten noch eine gesonderte Meldung erfolgen.

Über den Deutschen Tourismusverband

Seit 1902 setzt sich der Deutsche Tourismusverband e.V. (DTV) für eine erfolgreiche touristische Entwicklung in Deutschland ein. Als Dachverband kommunaler, regionaler und landesweiter Tourismusorganisationen vertritt der DTV die Interessen seiner rund 100 Mitglieder gegenüber Politik und Behörden, setzt Impulse, vernetzt Akteure miteinander und fördert einen zukunftsweisenden Qualitätstourismus im Reiseland Deutschland.

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Nancy Faeser
Bürokratieabbau
Bürokratieabbau

Nancy Faeser will Hotelmeldepflicht weitgehend abschaffen

In Deutschland sind nach dem Bundesmeldegesetz alle Beherbergungsbetriebe dazu verpflichtet, für jeden Gast einen Meldeschein auszustellen. Dies bedeutet für Hotels einen enormen bürokratischen Aufwand. Den will Bundesinnenministerin Nancy Faeser jetzt beseitigen.
Dr. Marcel Klinge
Beschluss
Beschluss

DZG begrüßt Einigung zur Schuldenbremse

Am Dienstag hat sich die Koalitionsspitze auf die Schaffung eines Sondervermögens geeinigt. Der Thinktank Denkfabrik Zukunft der Gastwelt bewertet den Schritt als sehr positiv und sieht das Bündnis CDU/CSU und SPD auf dem richtigen Weg.
Der Spitzenkandidat der CDU, Friedrich Merz, steht im Bundestag am Rednerpult und gestikuliert mit seinen Armen
Wahlprogramm
Wahlprogramm

CDU/CSU-Wahlprogramm 2025: Auswirkungen auf die Gastronomie und Hotellerie

Was bringt die Bundestagswahl 2025 für die Hotellerie und Gastronomie? Die CDU/CSU setzt auf Entlastungen und weniger Bürokratie – doch welche Folgen hat das konkret?
Leeres, abgedunkeltes Restaurant mit dunklen Holzmöbeln und einem Gasttisch auf dem eine rote Wahlurne steht. Es wird ein Stimmzettel eingeworfen. Auf dem Stimmzettel ist der Schriftzug der SPD zu lesen, darunter das ausgefüllte Wahlkreuz.
Wahlprogramm
Wahlprogramm

SPD-Wahlprogramm 2025: Welche Auswirkungen hat ein Wahlsieg auf die Gastronomie und Hotellerie?

Am kommenden Sonntag steht die Bundestagswahl 2025 an. Besonders das Wahlprogramm der SPD, die als eine der stärksten Parteien ins Rennen geht, enthält einige Maßnahmen, die das Gastgewerbe beeinflussen könnten. Doch was würde ein SPD-Wahlsieg für Restaurants, Cafés und Hotels in Deutschland bedeuten?
Leere Restaurantterrasse am Strand mit durchgestrichener Europa-Flagge
Wahlprogramm
Wahlprogramm

Bundestagswahl 2025: Welche Folgen hätte ein AfD-Wahlsieg für die Gastronomie?

Welche wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen ein Wahlsieg der AfD für die Gastronomie und Hotellerie in Deutschland mit sich bringen könnte – Potenzielle Chancen, gravierende Risiken und langfristige Auswirkungen auf Restaurants, Hotels und den gesamten Tourismussektor.
Alexander Gauland
Unerwünscht
Unerwünscht

Alexander Gauland in Südtiroler Hotel nicht mehr erwünscht

Jahrelang war der Politiker in einem Hotel in Brixen Stammgast. Jetzt ist der frühere AfD-Chef Alexander Gauland dort nicht mehr willkommen. 
Alice Weidel
Abgewiesen
Abgewiesen

Luxushotel Louis C. Jacob verweigert Alice Weidel den Aufenthalt

Alice Weidel wollte am Donnerstagabend unter falschem Namen im Luxushotel „Louis C. Jacob“ in Hamburg einchecken. Das Hotel wies die AfD-Vorsitzende jedoch ab. Dafür erhielt das Luxushotel Kritik aus AfD-Kreisen, aber auch viel Zuspruch – vor allem aus der Hotellerie.
Dr. Marcel Klinge
Gastwelt-Pakt
Gastwelt-Pakt

Denkfabrik fordert Schulterschluss der Gastwelt zur Bundestagswahl

Der Wahlkampf zur vorgezogenen Bundestagswahl wird intensiv, aber auch kurz und von großen Krisenthemen geprägt sein – das befürchtet die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG). Sie fordert deshalb einen „Gastwelt-Pakt“, um mit einer gemeinsamen Strategie Branchenthemen erfolgreich zu platzieren. 
Vorstandschef der Denkfabrik, Dr. Marcel Klinge, im Portrait
Umfrage
Umfrage

Politiker halten sich beim Engagement für die Gastwelt zurück

Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt hat Bundestagsabgeordnete befragt, wie sie die Tourismuswirtschaft beurteilen. Das Ergebnis ist wenig erfreulich. Als Arbeitsmarkt wird die Branche zwar geschätzt, aber eine politische Priorisierung halten die Befragten für schwierig.