Tarifverträge

Besseres Einkommen für Beschäftigte im Gastgewerbe

Beschäftige im Gastgewerbe sollen stufenweise bis Herbst Gehaltsanpassungen erfahren. (Foto © Andrey Popov via Getty Images)
Mit einem Tarifabschluss und Entgeltanhebungen über mehrere Jahre will das Gastgewerbe wieder attraktiver werden. Manche, die sich während der Pandemie neu orientiert haben, sollen so zurückgewonnen werden.
Mittwoch, 09.03.2022, 09:50 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Rund 30.000 Beschäftigte in Thüringer Gastgewerbe erhalten ab April mehr Geld. In einem ersten Schritt soll ihre Bezahlung um acht Prozent steigen, wie der Thüringer Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Dienstag in Erfurt mitteilte. Vereinbart sei ein Stufentarifvertrag mit einer Laufzeit bis Ende April 2024. In diesem Zeitraum seien in jährlichen Stufen Entgeltverbesserungen von insgesamt 22,5 Prozent vorgesehen.

Die Vereinbarung mit steigenden Entgelten diene auch der Fachkräftesicherung, obwohl sich das Gastgewerbe nach den Einschränkungen in der Corona-Pandemie noch im Umsatztief befinde, erklärten die Tarifparteien. Der Tarifvertrag sei auch eine Reaktion auf die hohe Inflationsrate, unter der auch die Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie litten.

Auch Azubis bekommen mehr

Die weiteren Stufen sehen für Anfang Oktober 2022 nochmals eine Entgeltanhebung von 8,5 Prozent vor. Im April und im Oktober 2023 seien weitere Schritte mit einem Plus von jeweils drei Prozent vereinbart. Auch die Ausbildungsvergütungen sollen steigen – in Schritten bis auf 1.150 Euro monatlich im dritten Ausbildungsjahr.

Damit betrage das Einstiegsgehalt im Oktober dieses Jahres für ungelernte Arbeitskräfte 12,30 Euro pro Stunde und steigt dann weiter in zwei Stufen auf 13,05 Euro pro Stunde im Oktober 2023, heißt es in der Mitteilung. Für Facharbeiter betragt der Einstiegslohn im Oktober 13,20 Euro pro Stunde. Damit betrage der Ecklohn nach der letzten Stufe 2.424 Euro monatlich.

Gastgewerbe soll wieder attraktiv werden

Es sei wichtig, dass das Gastgewerbe als Arbeitgeber attraktiv bleibe, sagte Dehoga-Präsident Mark Kühnelt. Er bat bei Kunden und Gästen um Verständnis für die sich daraus ergebenden Preisanpassungen in den Betrieben. Während der Pandemie und vor allem der Lockdown-Phasen hatten sich viele Beschäftigte im Gastgewerbe Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Branchen gesucht.

(dpa/KG)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Gereon Haumann.
Höherer Lohn
Höherer Lohn

Tarifvertrag für das Gastgewerbe in Rheinland-Pfalz allgemeinverbindlich

Am 1. April 2022 trat ein neuer Entgeltvertrag für Mitgliedsbetriebe des Dehoga Rheinland-Pfalz in Kraft. Arbeitsminister Alexander Schweitzer erklärte ihn nun für das Gastgewerbe in seinen wichtigsten Punkten für allgemeinverbindlich.
Conrad Clemens (CDU), Kultusminister von Sachsen, teilt während eines Pressetermins der Dehoga Sachsen zur Trend(Job)Tour in einem Restaurant auf dem Neumarkt einen Smoothie aus. Im Rahmen der Trend(Job)Tour treffen sich Fachkräfte aus Schule, Berufsorientierung und Arbeitswelt, um die Gastronomie und Hotellerie zu erleben
Aktion
Aktion

Mehr Azubis für Sachsen

Aktuell ist die Lage auf dem sächsischen Ausbildungsmarkt entspannt. Die Betriebe haben im letzten Jahr genügend motivierte Lehrlinge finden können. Damit das auch in Zukunft so bleibt, startet der Dehoga eine Werbekampagne für das Gastgewerbe und erneuert eine Kooperation für den Tourismusbereich.
Leeres Restaurant
Umsatzrückgänge
Umsatzrückgänge

Gastgewerbe in Brandenburg: „Die Leute halten ihr Geld zusammen“

Gestiegene Kosten und Umsatzrückgänge belasten aktuell das Gastgewerbe. Laut dem Dehoga in Brandenburg sparen die Menschen besonders bei Hotelaufenthalten und Restaurantbesuchen. Hoffnung auf Entlastung machen ein paar Wahlprogramme. 
Hotelmitarbeiterin mit Tablet
Tipps und Praxisbeispiele
Tipps und Praxisbeispiele

Leitfaden für Umweltschutz im Gastgewerbe

Tipps und Praxisbeispiele für den betrieblichen Umweltschutz: Der Umwelt- und Klimapakt Bayern hat in Zusammenarbeit mit dem Dehoga Bayern einen neuen Leitfaden für das Gastgewerbe entwickelt. Dieser soll gastgewerblichen Betrieben helfen, ihre Umweltbilanz zu verbessern und gleichzeitig Sparpotenziale aufzeigen.
v.l.n.r. die Mitglieder des Dehoga Bayern: Christopher Riemensperger (Schatzmeister), Andreas Brunner (2. Vizepräsident), Michaela Schmitz-Guggenbichler (Vorsitzende des Fachbereichs Gastronomie), Angela Inselkammer (Präsidentin), Tourismusministerin Michaela Kaniber, Dr. Thomas Geppert (Geschäftsführer), Thomas Förster (1.Vizepräsident).
Aufruf
Aufruf

Kaniber fordert politische Wende für das Gastgewerbe

Die Tourismusministerin Michaela Kaniber hat sich auf dem diesjährigen Gastgebertag des Dehoga Bayern zur aktuellen Lage der Branche geäußert. In einem Statement fordert sie unter anderem die Rückkehr zum niedrigeren Mehrwertsteuersatz.
Gereon Haumann
Appell
Appell

Gereon Haumann fordert mehr Unterstützung für das Gastgewerbe

Die Corona-Pandemie hat tiefe Spuren hinterlassen. Steigenden Kosten und Bürokratie belasten die Betriebe zusätzlich. Gereon Haumann, Präsident des Dehoga Rheinland-Pfalz, fordert deshalb konkrete Maßnahmen zur Entlastung und Unterstützung der Gastronomie und Hotellerie.
Frau schaut auf Abrechnung im Restaurant
Umfrage
Umfrage

Herausforderungen im Gastgewerbe halten an

Gastronomie und Hotellerie in Deutschland beklagen Umsatzeinbußen und Gewinnrückgänge. Auch von der Fußball-EM konnten nur wenige Betriebe profitieren. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband) hervor.
Eine Hand steckt einen Wahlzettel in einen Karton, im Hintergrund die Fahne der EU
Gastronomie
Gastronomie

Dehoga veröffentlicht Positionen der Parteien zur Europawahl

Der Verband für die Gastronomie ruft die Branche zum Wahlgang auf. Im Vorgang hatte er gemeinsam mit dem IHA die Parteien zu ihrem Programm, insbesondere bezüglich des Gastgewerbes, befragt. Nun wurden die Antworten bekannt gegeben. 
Geselliges Paar bei einem Wein im Restaurant mit Hund
Inklusion
Inklusion

Hunde verboten! Aber was ist mit Assistenzhunden?

In der Hotellerie und Gastronomie sind die bellenden Vierbeiner, außer im Biergarten, nicht immer willkommene Gäste. Wie aber sollen Betreiber mit den Tieren umgehen, wenn sie vom Menschen benötigt werden, um ein Handicap auszugleichen?