Lockdown

Bayern verschiebt geplante Öffnungen

Markus Söder
Markus Söder (CSU) verkündet nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts auf einer abschließenden Pressekonferenz, dass die nächsten Öffnungsschritte frühestens in am 26. April 2021 erfolgen werden. (Foto: © picture alliance/dpa | Peter Kneffel)
Sämtliche Öffnungsschritte in Bayern – darunter auch der Beginn der Modellprojekte – wurden verschoben. Nach einer Sitzung des bayrischen Kabinetts erklärte Ministerpräsident Markus Söder, dass diese frühestens ab 26. April erfolgen könnten.
Mittwoch, 07.04.2021, 15:15 Uhr, Autor: Natalie Ziebolz

Nach einer Sitzung des bayrischen Kabinetts, hat Ministerpräsident Markus Söder verkündet, dass die geplanten Lockerungen sowie der Start der Modellprojekte verschoben wird – um mindestens zwei Wochen. „Es ist nicht die Zeit für Experimente“, erklärte er. Auch in Regionen, in denen aufgrund einer niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz weitere Öffnungen in den Bereichen Außengastronomie, Kultur und Sport möglich wären, können diese demnach frühestens ab dem 26. April erfolgen.

Söder verkündet Regeln für Einzelhandel

Außerdem werden die Corona-Regeln für den Handel vereinheitlicht. Für Bau- und Gartenmärkte, Blumenläden und Buchhandlungen gelten künftig die gleichen Regeln wie für alle anderen Einzelhandelsgeschäfte.

  • Inzidenz unter 50: Alle Geschäfte dürfen öffnen.
  • Inzidenz zwischen 50 und 100: Click & Meet, also Terminshopping, ist möglich.
  • Inzidenz zwischen 100 und 200: Click & Meet bleibt erlaubt – aber ein Negativ-Test ist nötig.

Kontaktnachverfolgung mit Luca

Bei der Kontaktnachverfolgung will Bayern zukünftig auf die Luca-App setzen. Söder kündigte an, dass der Freistaat eine bayernweite Lizenz erwerbe. Die Luca-App funktioniert mit einer Art virtuellen Visitenkarte: Nutzer müssen zunächst ihre Kontaktdaten eingeben. Das Programm verschlüsselt die Informationen und generiert wechselnde QR-Codes. Mit den Codes können sich die Nutzer dann in Restaurants, Kinos oder bei Veranstaltungen anmelden, ohne sich in eine Liste eintragen zu müssen.

Dehoga: Aussetzen der Modellregionen falscher Weg

„Wir sind enttäuscht“, so Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern. „Auch für uns steht die Sicherheit von Mitarbeitern und Gästen immer an oberster Stelle. Uns geht es nicht um Öffnungen auf Kosten der Gesundheit oder um jeden Preis. Auch wollen wir keine Öffnungen um des Öffnen-Willens, doch wir wollen, dass verantwortbare Öffnungsschritte auch gegangen werden.“ Hierzu wären Modellregionen gerade jetzt der richtige Weg gewesen, so Inselkammer. „Konzeptöffnungen sind keine Experimente, sondern schaffen mehr Sicherheit, da weitere geschützte Bereiche geschaffen werden. Wir sind überzeugt: Wir sind Teil der Lösung und nicht des Problems. Wir haben im letzten Jahr bewiesen, dass unsere Hygiene- und Schutzkonzepte funktionieren. Wir könnten sichere Bereiche schaffen, die dazu beitragen, Orte des Aufeinandertreffens zu entzerren. Ziel muss es sein, ungeschützte Kontakte zu minimieren – dies schafft man nicht mit einem undifferenzierten pauschalen Dauerlockdown“, so die Präsidentin des DEHOGA Bayern.

Seit Beginn der Pandemie haben Hotellerie und Speisegastronomie über 7 Monate unverschuldet geschlossen, Schankwirtschaften mehr als 11 Monate und Clubs und Diskotheken sogar länger als ein Jahr. Die Lage im Gastgewerbe ist äußerst verzweifelt, die Betriebe ringen trotz Wirtschaftshilfen um ihre Existenz. „Private Rücklagen, auch Altersversorgungen sind aufgebraucht und die Nerven liegen blank. Angesichts der andauernden Schließung unserer Branche erwarten wir von der Politik alles dafür zu tun, dass die unverschuldet in Not geratenen Betriebe eine Chance zum Überleben haben und keinen Tag länger als gesundheitspolitisch geboten, geschlossen bleiben. Der Endlos-Lockdown einer Branche ist keine Lösung und bringt auch nichts wie die Erfahrungen im November gezeigt haben“, so Inselkammer.

(Bayrisches Kabinett/Dehoga/NZ)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Kellner in Bewegung
Lockdown
Lockdown

„Entweder alle oder keiner“

Bayerns Wirte machen klar, dass für sie ein weiterer Lockdown nicht in Frage kommt. Von der Politik fühlen sie sich schlecht behandelt – ungeachtet der an die Branche ausgezahlten Milliardenhilfen.
Hotelgast verzweifelt
Lockerungen Hotellerie
Lockerungen Hotellerie

„Wie stellt sich die Politik das vor?“

Nur bei einer stabilen Inzidenz unter 100 dürfen Beherbergungsbetriebe wieder öffnen. Was aber, wenn die Inzidenz wieder steigt? Armin Hollweck vom Hotel- und Gaststättenverband im Oberallgäu übt deutliche Kritik an den aktuellen Regelungen.
Erfahrungsaustausch im Nachgang der Bundestagswahl zwischen den Präsidien des Handelsverbands Bayern (HBE) sowie dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern.
Wirtschaftslage
Wirtschaftslage

Gemeinsam mehr erreichen!

Der Dehoga Bayern und der Handelsverband Bayern wollen sich gemeinsam aktuellen Herausforderungen stellen und ihre Kräfte bündeln. Zusammen wollen sie politischen Forderungen mehr Gewicht geben. 
Wirtin in bayerischer Kneipe mit Gästen
Aufschwung
Aufschwung

Umsatzzahlen im Gastgewerbe gehen rauf

Für den Tourismusbereich lief es im Januar 2025 erstaunlich gut. Es gab eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat. Davon profitierte auch das Gastgewerbe. Bei näherer Betrachtung fallen die Zahlen allerdings nicht ganz so gut aus. 
Bayerischer Biergarten mit Bedienung und zahlreichen lokalen Spezialitäten
Entwicklung
Entwicklung

Starke Dynamik in der bayerischen Gastro

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat die Zahl der Gewerbean- und abmeldungen für das Jahr 2024 veröffentlicht. Besonders Augenmerk liegt dabei auf dem Bereich des Gastgewerbes. Wie sich zeigt, gab es in der Branche sehr viel Bewegung. 
Holger Schroth, Area General Manager, Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München; Barbara Muckermann, Group Chief Executive Officer, Kempinski Hotels; HRH Prinz Luitpold von Bayern; Anders Thomas, CEO, Porzellan Manufaktur Nymphenburg
Vereinbarung
Vereinbarung

Kempinski Hotels übernehmen die Leitung der Royal Residence am Schloss Nymphenburg

Die Kempinski Hotels haben eine wegweisende Vereinbarung zum Management der Royal Residence am Schloss Nymphenburg unterzeichnet. In Partnerschaft mit HRH Prinz Luitpold von Bayern und der königlichen Familie von Bayern wird Kempinski ab dem 1. März 2025 exklusiv die Privatresidenz verwalten.
Die sechs Kandidatinnen zur Wahl der Bayerischen Bierkönigin 2025/2026
Hoheitliches Amt
Hoheitliches Amt

In Bayern wird die Bierkönigin 2025/2026 gewählt

Wer wird bayerische Bierkönigin? Sechs Damen sind in der Endausscheidung. Unter den Bewerbern gab es auch einen Mann. Der war aber chancenlos.
V. l. n. r.: Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern, Tourismusministerin Michaela Kaniber und Peter Berek, 1. Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes
Gästerekord
Gästerekord

Rekordjahr für Bayerns Tourismusbranche

Der bayerische Tourismus boomt. Vergangenes Jahr kamen mehr Gäste in den Freistaat als je zuvor. Dabei waren die Umstände nicht einfach. Und der Branchenverband Dehoga zeichnet ein düsteres Bild.
Staatsministerin Michaela Kaniber mit Markenidentitätsberater Christopher Spall
Für eine stärkere Sichtbarkeit
Für eine stärkere Sichtbarkeit

„Genuss Bayern – Heimat des Guten“: Neue Dachmarke für bayerische Spezialitäten

Der einzigartige Genuss aus Bayern soll besser präsentiert werden. Deshalb hat Ernährungsministerin Michaela Kaniber jetzt eine neue Dachmarke vorgestellt. „Genuss Bayern – Heimat des Guten“ soll bayerische Spezialitäten noch sichtbarer und unverwechselbarer machen.